Wo der Tiger dem Jäger entkam

Nachdem wir in unserem WG-Hostel überraschend gut geschlafen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Da wir die Unterkunft nahe am Bahnhof gewählt hatten, war dies nur ein kurzer Fussmarsch. Mit dem Zug fuhren wir dann sieben Stunden nach Lijiang wo wir etwa um 17 Uhr ankamen. Überraschend trafen wir im Zug auf Ela. Die Engländerin hatten wir in Chengdu im Hostel kennengelernt. Zusammen teilten wir uns das Taxi. Leider war die Adresse unseres Hotels auf Hotels.com wieder einmal kreuzverkehrt und wir landeten am falschen Ort. Ein Chinese war so nett und half uns das Hotel anzurufen und die richtige Adresse herauszufinden. Mit einem zweiten Taxi nahmen wir dann die letzten Kilometer zur richtigen Adresse in Angriff. Nach noch einem weiteren Anruf und Abholung durch die Rezeptionistin, einem nochmaligen Zügeln ins korrekte Hotel, kamen wir dann 3 Stunden nach unserer Ankunft endlich im Hotelzimmer an. Es blieb gerade noch etwas Zeit die Altstadt von Liliang zu erkunden und etwas zu essen. Den ganzen nächsten Tag erkundeten wir dann weiter die Altstadt, kauften das eine oder andere Souvenir und eine Ukulele. 🙂 Den Abend verbrachte ich dann damit meine Ukulele zu erlernen und zusammen planten wir unsere Reise zur Tigersprung-Schlucht, wo wir eine zweitägige Wanderung mit zwei Übernachtungen andachten.

Mit dem Bus ging es früh morgens in zwei Stunden nach Quitao, dem Ausgangspunkt der Wanderung und unsere erste Übernachtung. Quitao selbst ist ein kleines, überschaubares Städtchen und nicht gerade schön. Rund um das Städtchen werden massiv Tunnels und Autobahn-Brücken gebaut und die Strassen sind entsprechend voll mit Lastwagen und alles ist sehr staubig. Wir flüchteten daher per Autostopp zum ersten Sightseeing, dem Tigersprung-Felsen. An dieser Stelle, so die Legende, soll ein Tiger vor seinem Jäger in Sicherheit gesprungen sein. Über einen im Fluss liegenden Felsen hat er die 30 Meter breite Stelle überwunden und ist dem Jäger entkommen. Die Chinesen haben dazu eine schöne Treppe gebaut, welche die Touristen sicher zur Schlucht hinunter zum Wasser bringt, dazu haben sie noch einen grossen Tiger aus Stein hingestellt. Durchaus sehenswert, aber nicht der eigentliche Grund, warum wir diese Wanderung machen wollten. Zurück im Hostel verbachten wir den Abend bei Gesprächen mit zwei anderen Gästen aus Deutschland.

Am Morgen ging es dann los. Es standen rund 1000 Höhenmeter auf dem Plan in kurzer Gehdistanz, also es war steil. Entlang des Wanderweges hat man aber immer wieder die Möglichkeit für eine kleine Rast und/oder Verpflegung. Die Einheimischen betreiben alle paar Kilometer kleine Kiosks. Überraschenderweise erhält man dort nicht nur die üblichen Erfrischungen, sondern auch Rauchware für einen locker, flockigen Aufstieg. 😉
Nach rund 7 Stunden mit einigen Pausen und Verpflegung in einem Gästehaus erreichten wir das Tea Horse Inn. Das Wetter war den ganzen Tag stark bewölkt und leider hat sich dies bis zu unserer Ankunft nicht verbessert. Da es jedoch nicht kalt war, genossen wir trotzdem die Terrasse auf zwei Liegestühlen.

Und der Wetterbericht sollte recht behalten. Am nächsten Tag war der Himmel aufgeklart und man konnte das ganze Panorama auf die gegenüberliegenden steilen Berggipfel geniessen. Auch die Wanderung war am zweiten Tag einiges leichter. Entlang der Höhenlinie wanderten wir hoch über dem Fluss entlang der Schlucht und genossen die atemberaubende Aussicht auf die Jade Drachen Berge. Unsere Mittagspause legten wir im Half Way Inn ein. Diese Unterkunft ist bekannt für die wahrscheinlich „beste/schönste Toilette der Welt“. Dies also nur bezüglich der Aussicht. 🙂
Nach der Stärkung machten wir uns an den Abstieg hinunter zur Strasse, wo wir im Tina’s Gästehaus noch das letzte Bier zischten vor der Busfahrt zurück nach Lijiang. In diesem Gästehaus trafen wir auch alle anderen Wanderer wieder, welche wir auf dem Weg getroffen hatten.

Spät abends kamen wir wieder in Lijiang an, wo wir noch eine weitere Nacht und Tag verbringen konnten, um uns von der anstrengenden aber wunderschönen Wanderung zu erholen.

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