Der höchste Berg von Malaysia

9. Januar 2018 – 11. Januar 2018

Nach unserem Inselaufenthalt wieder auf dem Festland von Borneo angekommen, fuhren wir mit dem Minibus in die Berge hinauf. Unser Ziel war es den höchsten Berg von Malaysia, den Mount Kinabalu, zu besteigen. Und da wir nicht das Budget hatten, um uns eine der teuren geführten Touren zu leisten, versuchten wir es mit Jungle Jack. Der Busfahrer lud uns direkt am Strassenrand aus und nach nur 50 Meter Fussmarsch waren wir schon bei unserer Unterkunft. Der doppelstöckige Container mit 8 Doppelstock-Betten, einer kleinen Veranda und ganz vielen Hunden war der Ausgangsort für unser Abenteuer.

Hier mal noch ein paar Hintergrund-Infos, damit ihr versteht, warum wir hier gelandet sind. Die Besteigung des Mount Kinabalu ist ein ziemlich kommerzialisiertes Touristen-Ding geworden. Die Regierung hat verboten, dass eine Besteigung in einem Tag gemacht werden darf. Eine geschäftige Hotelkette hat auf der Höhe von 3200 Metern über Meer ein Basecamp mit Mehrbett-Schlafsälen gebaut. Da es (im Moment noch) nur diese Schlafmöglichkeit gibt, sind die Übernachtungspreise gesalzen. Dazu kommt noch, dass der Nationalpark nur eine beschränkte Anzahl Touristen zulässt und die Eintrittsgebühr ebenfalls regelmässig erhöht. Da es Pflicht ist, einen Guide zu mieten, werden die Kosten nochmals höher. Das alles führt dazu, dass das Abenteuer bei den Reiseanbietern (welche die Permits vorgängig aufkaufen) mindestens 2100 Ringgit (zirka 500 CHF pro Person) kostet. Jungle Jack hingegen hat sich das Geschäftsmodell etwas anders zurecht gelegt: er kauft die Permits von den Reiseanbietern ab, wenn sie diese nicht an Touristen verkaufen können. Dazu bietet er in seinem Container-Hostel Vollpension für 3 Nächte an und versucht sein möglichstes dich innerhalb dieser Tage auf den Berg zu kriegen. Das Ganze kostet dann bei ihm nur 1350 Ringgit (zirka 320 CHF pro Person).

Selbst mit Jungle Jack war der zweitägige Trip über unserem angedachten Budget, aber wir wollten es trotzdem wagen und da wir in der Nebensaison unterwegs waren, war es ein Leichtes für Jungle Jack uns einen Permit gleich für den nächsten Tag zu besorgen. Nach nur einer Nacht nahmen wir also den Anstieg zum Basecamp in Angriff. Die rund 2000 Höhenmeter sind einfach begehbar, da der Weg sehr gut ausgebaut ist. Nach 5 Stunden erreichten wir unsere Unterkunft und bezogen eines der Doppelstock-Betten im Schlafsaal 2. Da es auf dieser Höhe schon ziemlich kühl war, mussten wir erstmal im Restaurant aufwärmen und etwas essen. Um 20 Uhr ging es dann auch schon ins Bett, damit wir um 2 Uhr in der Früh wieder aufstehen konnten für den Aufstieg.

So versammelten sich dann um 2 Uhr alle werdenden Gipfelstürmer im Restaurant fürs Frühstück und warteten darauf, dass der Weg zum Gipfel freigegeben wird. Um 3 Uhr kam dann die Enttäuschung, dass der Weg noch nicht freigegeben werden kann, da es zu viel geregnet hatte in der Nacht und ein Teil des Weges von einem Regenwasser-Fluss blockiert sei. Man werde das Wetter beobachten und um 4 Uhr nochmals und endgültig entscheiden, ob eine Besteigung möglich ist. Also hiess es nochmals warten… Wir verbrachten unsere Zeit damit, Gruppenfotos mit asiatischen Touristen zu machen.

Um 4 Uhr wurde dann endgültig entschieden, dass der Weg nicht geöffnet wird. So zerplatzen unsere Gipfelstürmer-Träume und auch die aller anderen 100 Bergsteiger, die gerne auf den 4095 Meter hohen Mount Kinabalu gestiegen wären. 🙁

So krochen wir unverrichteter Dinge wieder in unser kuscheliges Bett und schliefen nochmals ein paar Stunden bevor es um 9 Uhr auf den Weg zurück ging. Unten im Tal angekommen beschlossen wir noch eine Nacht im Container zu schlafen und erst am nächsten Morgen weiter zu reisen.

Während den ganzen drei Tagen konnten wir keinen einzigen Blick auf den Berg erhaschen und auch die Besteigung blieb uns verwehrt – der Berg hat es anscheinend nicht so gewollt.

PS: Für die Statistiker unter uns, es gibt etwa 10 Tage im Jahr an denen die Besteigung des Berges verwehrt bleibt.

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