Der grösste Süsswasser-See der Welt

Bereits Jekaterinburg gehört zur Region Sibirien, jedoch hier in Irkutsk ist man definitiv angekommen. Die Landschaft hat sich doch sehr verändert. Auch die Temperaturen, obwohl wir nur östlich gereist sind, sind gesunken. Ob dies am See oder an der fortschreitenden Jahreszeit liegt, können wir nicht genau sagen. Auf jeden Fall haben wir uns in Irkutsk zuerst einmal auf die Suche nach dem Tourist Information Center gemacht, um die nächsten Tage zu planen. Im Internet findet man leider nur wenige Informationen auf Englisch und unser  Russisch ist leider noch nicht so fortgeschritten. 😉


Im Tourist Information Center wurde wir sehr gut beraten was unser geplantes Vorhaben betraf. Unsere Idee war nämlich die Great Baikal Lake Wanderung von Listwianka nach Bolschie Koty (ca. 25 km). Da Bolschie Koty jedoch ohne Strassenanschluss ist, und wir nicht die gleichen 25 km zurücklaufen wollten, brauchten wir Tickets für das Fährboot. Die Buchung dieser Tickets ist aber nur in Russisch und im September auch nicht an jedem Tag möglich – die Dame buchte dann von den verbleibenden vier Plätzen noch zwei für uns. 😀
Gegen Abend, nach einem Nachmittag Sightseeing in Irkutsk, nahmen wir dann einen öffentlichen Bus nach Listwianka. Dieses Dorf liegt ca. eine Fahrstunde südöstlich von Irkutsk, direkt am Baikalsee. Wir kamen gerade bei Sonnenuntergang an und konnten noch das letzte Abendrot geniessen bevor wir uns im Hotel am See einnisteten. Wir hatten allerdings das wohl einzige Zimmer ohne Seesicht. 🙁

Am nächsten Tag, gestärkt durch das Frühstücks-Buffet des Hotels, starteten wir unsere Wanderung. Das meiste Gepäck konnten wir zum Glück in Irkutsk lassen, deshalb hatten wir nur meinen grossen Rucksack und Cornel’s Tagesrucksack dabei. Cornel hatte am Abend zuvor noch die Wanderung auf meine neue Garmin-Sportuhr geladen und somit konnte diese uns Navigieren, damit wir uns sicher nicht verlaufen. Für ein Picknick währen dem Wandern gingen wir noch beim Markt von Listwianka vorbei, ausser Omul (eine lokale Fischspezialität) gab es nur wenig Auswahl. Ein Brotlaib und zwei Schokoriegel reichten uns aber auch.
Die Wanderung ist wunderschön und sehr zu empfehlen. Wir hatten einen schön sonnigen Tag und der unberührte, farbenfrohe Wald begeisterte uns. Auf der Wanderung trafen wir nur wenige Menschen, aber immer wieder die Gleichen. Unter Anderem waren da ein deutsches Paar, ein Chinese und eine Russin mit einem Argentinier. Die Letztgenannten zelteten gar unterwegs. Viele von den Angetroffenen wollten um 18 Uhr die Fähre zurück nach Listwianka nehmen, wir dagegen hatten bereits eine Übernachtung vor Ort gebucht. Als wir etwas später als 18 Uhr eintrafen, da wir uns Zeit gelassen hatten, waren alle Wanderer noch im Dorf, da die Boote aufgrund der rauen See nicht fahren konnten. Das deutsche Paar war nur mit kurzen Hosen, T-Shirt und FlipFlops unterwegs. Ernsthaft? In Sibirien? Wie die Wettervorhersage es angesagt hatte, kam gegen Abend der Regen und die Temperatur fiel. Im Hostel lernten wir ein Paar aus der Schweiz, sowie ein weiteres deutsches Paar aus München kennen. Den Abend verbrachten wir mit vielen interessanten Gesprächen. Bis uns die Kälte dann doch in unser wohlig warmes Holzhäuschen mit Heizung zwang.

Am nächsten Tag war leider das Wetter leicht regnerisch, wir sahen uns im Dorf um und liefen noch auf einen Aussichtspunkt. Aufgrund der beschränkten Aktivitätsmöglichkeiten bei schlechtem Wetter, chillten wir den Rest des Tage in unserem Holzhäusschen und nahmen am Abend das gebuchte Fährboot zurück nach Irkutsk. Das Dorf Bolshie Koty ist sehr abgeschieden und die wunderschöne Wanderung wäre auch gut mit dem Zelt zu machen.

Nach unserem Ausflug nach Bolshie Koty wollten wir noch die grösste Insel im Baikalsee bereisen. Daher verbrachten wir den nächsten Tag im Bus. Als wir gegen Abend in unserem Hostel auf der Insel ankamen, reichte es gerade noch um die bekannten Schamanenfelsen zu besuchen. Für den nächsten Tag konnten wir im Hostel eine Tour in den Norden der Insel buchen. Die Tagestour war super! Wir hatten das Glück eine tolle Gruppe zu haben und der Norden der Insel war einfach nur schön. Auf der Tour war Nadja (aus Irkutsk), Djogo (aus Brasilien), Vazdin (gebürtiger Russe, wohnt allerdings in Miami) und eine Malaysierin. Unsere beiden Russen konnten jeweils die Erklärungen von unserem Fahrer ins Englisch übersetzen und so konnten wir auch einiges über die Bedeutung der meist heiligen Felsformationen erfahren. Am Abend nach der Tour trafen wir uns noch auf einen Umtrunk in einem Bistro und spielten Karten. Wieder einmal konnten wir das russische Kartenspiel vertiefen. 🙂

Leider mussten wir am nächsten Tag bereits wieder mit dem Bus nach Irkutsk zurück, da am wieder nächsten Tag unser Zug nach Ulan Ude fuhr. Ab Abend in Irkutsk liefen wir noch zu den bekannten Holzhäusern. Dort fanden wir ein Schachspiel, wo Cornel mir Schach erklärte. Leider gewann er :-), dafür lernten wir noch ein paar junge Russen kennen, die ihr English mal wieder üben konnten.

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