Durch die Karstlandschaft mit dem Ruderboot

1. Dezember 2017 & 2. Dezember 2017

Nachdem wir spät abends in Hanoi den Bus bestiegen, wurden wir nochmals in einen anderen Bus umgeladen. Für unsere nur 1 ¼ stündige Fahrt wurden wir gar im Schlafbus untergebracht. Ziemlich unnötig, aber gar nicht mal so ungemütlich. In Ninh Binh angekommen lud uns der Bus gleich um die Ecke vom Hotel aus und wir marschierten zu Fuss zum Hotel. Das Hotel war überraschend gross, aber nicht sehr ausgelastet. Das stellten wir am nächsten Morgen beim Frühstücksbuffet fest. Neben uns war nur noch eine weitere Familie mit einem Kind am essen. Für den Tag mieteten wir uns einen Roller und machten die Umgebung unsicher.

Ein bekanntes Sightseeing von hier ist die Flussfahrt durch drei Karsthöhlen (Tam Coc). Mit dem Ruderboot wird man von einer jungen Vietnamesin mit den Füssen den Fluss hoch und runter gegondelt. Da zur Zeit die Reisfelder nicht bepflanzt sind, ist die Fahrt abseits der Höhlendurchfahrten sehr unspektakulär. In den Monaten April & Mai würde man quer durch die grünen Reisfelder hindurchfahren. Weitere Unannehmlichkeiten dieses Sightseeings folgten: am Wendepunkt der Route warteten weitere Boote, bepackt mit Süssgetränken und Snacks, auf die Touristen. Wenn man nichts für sich selbst kauft, wird man angehalten, doch etwas für die Ruderin zu kaufen – schliesslich sei diese ja durstig. Wir lehnten ab. Ein paar Meter weiter den Fluss zurück, packt die Ruderin dann ihre selbstgemachten Portemonnaies aus, die man für wenige Dongs kaufen kann. Auch hier lehnten wir dankend ab.

Wir überlegten uns bereits ob wir überhaupt ein Trinkgeld geben wollten, schliesslich war die Bootsfahrt schon nicht günstig für vietnamesische Verhältnisse, entschieden uns dann aber dafür ihr ein Trinkgeld von 50’000 Dong zu geben. Beim überreichen des Geldes meinte die Ruderin dann unverfroren, dass es für zwei Personen 100’000 Dong Trinkgeld sein müssen. Am liebsten hätte ich ihr an dieser Stelle das Geld wieder aus der Hand gerissen. Mit diesem fahlen Beigeschmack verliessen wir dann das Boot und schwangen uns wieder auf den Roller um ein paar Kilometer weiter im Westen einen Tempel namens Bich Dong zu besuchen. Das schöne an diesem Tempel ist, dass ein Teil seiner Räume in eine Höhle eingearbeitet sind. Nebenbei hätten wir noch eine mehrere kilometerlange Höhle besuchen können, jedoch verzichteten wir auf dieses klaustrophobe Sightseeing und entschieden uns für das Gegenteil: statt in den Berg hineinzukriechen erklommen wir die zahlreichen Stufen eines Aussichtspunktes in der Nähe der Stadt.

Fürs Abendessen machten wir uns dann auf die Suche nach einem lokalen Restaurant, aber irgendwie stellte sich das als sehr schwierig heraus. Nach rund einer halben Stunde stolperten wir in ein kleines Lokal das uns zwei Pizzas machte. Wie Anja nach der halben Pizza meinte, die wohl schlechteste Pizza ihres Lebens.

Am nächsten Morgen stand auch schon wieder die Weiterreise nach Dong Hoi an. Gestärkt nach dem Frühstück ging es mit dem Taxi zum Bahnhof und von dort mit dem Zug in einer 9-stündigen Zugfahrt weiter Richtung Süden. Bevor wir unsere Sitzplätze in Beschlag nehmen konnten, mussten erst einmal ein paar Leute aussteigen. Und wie es der Zufall so wollte stiegen genau aus unserem Wagen an der Tür, wo wir warteten, die beiden Galway Girls Jenny und Andrea aus  (bekannt aus der Halong-Bucht 😉 ).
Solltet ihr jemals an den Punkt kommen und einen Sitzplatz in einem vietnamesischen Zug reservieren wollen, dann unbedingt „Soft Seat“ buchen. Ausser ihr wollt in den unbequemen Genuss eines Holzbanks in der „Hard Seat“-Klasse kommen – dann könnt ihr das natürlich gerne ausprobieren.

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