Sleep well!

… oder “Chroniken” eines Spitalaufenthaltes mit Schlüsselbein-Operation.

10:35 Früh dran
Hab mich etwas früher eingecheckt als abgemacht. Was aber nicht schlecht war, denn es gab sowieso noch den ein oder anderen Fragebogen auszufüllen.
Medizinische Fragebogen fülle ich in der Regel gerne aus.
Allergien? Nein.
Medikamente? Nein.
Bisherige Operationen? Nein.
Danach fühlt man sich irgendwie so richtig gesund. Obwohl… die letzte Frage werde ich in Zukunft mit Ja beantworten müssen. ;-)

11:05 Zimmer bezogen
Der Pflegefachmann zeigt mir mein Zimmer und die topmodische Bekleidung die ich ab sofort tragen darf. Eine halbdurchsichtige Unterhose und ein schönes weisses Krankenhemd. Jea!
Mein Zimmer teile ich mit einem älteren Herr der sich beim Wandern zur Meglisalp das Knie lediert hat. Wie passend dass im Zimmer diverse Fotos vom Säntis rumhängen.

11:20 Laborbesuch
Es geht zwei Stockwerke tiefer wo ich einen kleinen Stich in den Finger bekomm und das Blut kontrolliert wird. Fazit: Genügend Blut vorhanden, aber das Blut ist etwas “dünn”. Auf die Frage “ob ich noch Alkohol getrunken hätte?” gibts ein Nein von mir.

11:35 Warten
Jetzt warte ich im Zimmer auf den Abtransport. Wird noch eine Weile gehen.

12:20 Rundfahrt
Jetzt gehts los. Ich werde mit dem Bett durch die Klinik gefahren. Ein seltsames Gefühl wenn man eigentlich noch problemlos laufen könnte aber liegend durch den Gang geschoben wird. Ich wechsle vom Bett auf den OP-Wagen und werde mit einer vorgewärmten Decke zugedeckt.

12:40 Infusion
Ich erhalte eine Nadel in die Vene und das erste Mittelchen fliesst direkt ins Blut. Noch ein paar Pflaster für die Überwachung des Herzens und bald folgt das Narkose-Mittel. Ich kriege gerade noch mit, dass es langsam kalt wird in den Blutbahnen und schon bin ich weg.

zirka 13:40 Bin wieder da
Das Narkose lässt nach und ich erwache fast so schlagartig wie ich eingeschlafen war. Bin im ersten Moment sehr verwirrt. Einen kurzen Moment wusste ich nicht mal wo ich eigentlich bin. In der Schultergegend hat sich ein konstanter Schmerz breit gemacht.

14:00 Schmerzmittel
Die Schmerzen sind ziemlich stark und die Schwester im Aufwach-Raum gibt mir die ersten Milligramm Schmerzmittel. Scheint nicht zu wirken.

14:10 Schmerzmittel zum Zweiten
In regelmässigen Abständen erhalte ich weitere Mittelchen gegen die Schmerzen. Ich muss meine Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten. Ich lege mich auf eine 7 fest. Die Mittelchen scheinen immer noch nicht zu wirken.

14:20 Narkose Arzt kommt zu Besuch
Der Arzt der mich über die Narkose informiert hat erkundigt sich nach meinen Schmerzen. Auf seine Anweisung erhalte ich Morphium. Nach insgesamt etwa 20 Milligramm Schmerzmittel stellt sich endlich eine Verbesserung ein.

14:30 Cola und Musik
Da sich die Schmerzen nun eingependelt haben kann ich mich anderen Dingen widmen. Die Schwester erfüllt mir den Wunsch nach einer Cola und bringt mir mein iPhone mitsamt Kopfhörer. Super Sache!

18:10 Ab aufs Zimmer
Ich kann wieder auf mein Zimmer. Meine Mitarbeiter haben mir einen Korb mit Comella und Redbull vorbei gebracht. Schade dass ich sie verpasst habe. Herzlichen Dank!
Das Essen wird mir ebenfalls vorbei gebracht. Gemüsesuppe, Käsefladen und ein kleiner Dessert (irgendwas mit Zitrone). Davon soll man satt werden?

den Rest des Abends
In regelmässigen Abständen bekomme ich ein Fläschchen Schmerzmittel an die Infusion gehängt. Ich habe auch versucht zu lesen, aber das ist unmöglich! Dank der Medizin kann man sich gerade mal auf ein Wort konzentrieren. Also weiter etwas Musik hören und mit den Netbook und dem iPhone (per Tethering) im Netz rum surfen.
Das Tethering funktioniert übrigens hervorragend und ist innert Kürze eingerichtet. Irgendwie schon cool per Bluetooth über das iPhone ins Netz zu gehen. :-D

Die Nacht
Während der ganzen Nacht stehe ich unter Beobachtung. Stündlich wird mir Puls und Blutdruck gemessen und im zweistunden Takt gibts wieder eine Flasche Schmerzmittelchen. Das geile an dem Zeug ist, dass man auch brutal schläfrig wird. Kaum ist die Schwester wieder aus dem Zimmer raus, döst man wieder vor sich hin. :-)

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 29. August 2009 um 16:22 Uhr geschrieben und wurde mit den folgenden Schlüsselwörter gekennzeichnet: , , . Die Kommentare zu diesem Beitrag als RSS 2.0 Feed abonieren.

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