Sightseeing first, eating later
Nach dem feuchtfröhlichen Abend von gestern startete der heutige Tag wieder eher unter dem Motto: “Nume nöd hetze!”. Meinereiner verpasste natürlich wieder einmal das Morgenbuffet (bis 10 Uhr) wurde aber kurze Zeit später auch wach. Mit unangenehm lauter und klarer Stimme kam ein Herr von der “Hotel STAFF” in unser Zimmer und verlangte alle dreckigen Handtücher. Etwas im Halbschlaf kramte ich meins aus meinem Gepäcklager hervor und gab es ihm, worauf ich dann ein frisches bekam. Das ist zwar ein netter Service, aber 10:30 Uhr find ich dann doch ein bisschen früh.
Die Lust aufs Weiterschlafen war mir dann auch vergangen und so machten wir uns bereit für die Stadt. Bevor es aber losgehen konnten reservierten wir an den Internet-PCs des Hotels noch die Zimmer für Paris. Da man von Amsterdam in nur etwa fünf Stunden in Paris ist, gibts es für einmal keine Übernachtung im Nachtzug. Aus diesem Grund werden wir auch fünf Nächte in Paris verweilen. Dumm nur das man in den günstigen Hotels keine Zimmer für fünf Nächte am Stück findet. Also mussten wir da etwas umdisponieren. Wir werden die erste Nacht in der Jugendherberge zubringen und dann in ein anderes Hostel umziehen.
Gegen Mittag gings dann ab ins Zentrum. Da wir unsere Hostel wieder bewusst nicht zu weit aus dem Zentrum gewählt haben, sind das jeweils nur etwa fünf Minuten Tram fahren. Das Problem hierbei ist nur: Diese verflixten holländischen Trams fahren immer 30 Sekunden zu früh ab.
Unser erstes Ziel in der Stadt war dann die Verpflegung, für ein weiteres Ziel hatten wir uns noch nicht entschieden. Also schlenderten wir nach dem Essen etwas ziellos durch die Gassen von Amsterdam und entschlossen uns dann so etwa gegen 16 Uhr doch noch zu einer Kanal-Sightseeing-Tour mit einem der zahlreichen Boote. Die Selektion der richtigen Tour ist hierbei etwas komplizierte als in Kopenhagen, da die Touren von verschiedenen Anbietern angeboten werden und es bei jedem Anbieter auch verschiedene Varianten gibt. Wir entschieden uns dann einfach für die günstigste Tour an diesem Ort wo wir gerade waren und tuckerten dann während etwa 1 1/2 Stunden durch die Kanäle von Amsterdam.
Im Nachhinein glaube ich, dass es keine gravierenden Unterschiede in den Angeboten gibt. In den Kanälen herrscht ein reger Schiffsverkehr. Ich nehme an dass man bei jeder Tour fast das Gleiche zu sehen bekommt.
Mit dem Boot gings zum Hafen, vorbei am Anne Frank Haus zu den verschiedenste Kirchen bis zum schmalsten Haus von Amsterdam und nach gefühlten 100 Durchfahrten bei Brücken waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen. Hört sich nicht so spannend an? War es irgendwie auch nicht.
Amsterdam besteht aus immer gleich aussehenden Backstein-Häusern mit einem Hacken am Dachbalken, Coffee-Shops, Sex-Shops, Bars, Pubs und alles sieht exakt gleich aus. Wenn man in der Altstadt auf einer Kreuzung steht und in alle Richtungen schaut kann man nicht mal mehr genau sagen woher man gekommen ist.
Während der Bootsfahrt fielen uns beiden schon die Augen zu, deshalb beschlossen wir noch den Zug nach Paris zu organisieren und nach dem Essen im argentinischen Steakhaus wieder ins Hotel zurück zu gehen. Die “Platz-Reservation” im TGV kostete in diesem Fall satte 38 Euro!
PS: Den “Haring” (roher Hering) haben wir uns für morgen aufgehoben. Mal schauen wie das schmeckt.
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