München by Day
Die erste Nacht in der Jugendherbege war leider nicht so toll. Die Wärme und die vielen Gedanken haben mich noch einige Zeit wach gehalten und auch meine Zimmer Nachbarn fingen bald einmal an, den Wald abzuholzen. Aber irgendwann kippte ich dann doch weg und morgens um 9 Uhr hiess es dann auf und packen damit wir um 9:30 Uhr das Zimmer abgeben konnten.
Fürs Frühstück wären wir eigentlich 5 Minuten zu spät gekommen, aber die nette Dame gab uns zwei ausgehungerten Reisenden doch noch die Möglichkeit grosszügig am Buffet zu zuschlagen.
Gestärkt mit Brot, Butter und Aufschnitt nahmen wir also unseren zweiten Tag in München in Angriff. Unser erstes Ziel war es den Rucksack am Bahnhof zu deponieren, damit wir diesen nicht den ganzen Tag rumschleppen müssen. Ich nutzte die Gelegenheit sogleich auch um ein persönliches Geschäft zu verrichten (was an Bahnhöfen gerne mal ein paar Cent kostet).
Ausgerüstet mit Tagesrucksack gings raus in die Innenstadt und schon bald mal rein ins erste Gebäude das von aussen interessant aussah. Irgend ein Gerichtsgebäude gebaut aus Stein und Marmor war zumindest architektonisch sehr schön anzusehen. Bruno benutzte die klar gekennzeichnete “nicht öffentliche” Toilette sogleich um “sein persönliches Geschäft” zu erledigen (natürlich kostenlos). Der alte Fux!
Via Karlsplatz schlenderten wir dann durch die Fussgängerzone in Richtung Marienplatz, kauften Sachen für Touristen und besorgten uns sogleich auch einen Kopfhörer-Adapter für zwei Personen. Da ich noch meinen Blogbeitrag für den ersten Tag ins Internet stellen wollte und wir kein weiteres offenes WLAN finden konnten gingen wir kurz zurück zum Apple-Store.
Wie so oft konnte ich natürlich nicht wiederstehen und schaute mir noch kurz die iPhone-Hüllen an. Und wär hätte das Gedacht, es hatte exakt das was ich mir vorgestellt habe. Eine Silikon-Hülle mit einem Piratenkopf drauf. ![]()
Nein natürlich habe ich mir dann diese nicht gekauft. Sondern eine andere Hartplastikschale die man auf das iPhone “klickt” in schwarz-matt und einer Schutzfolie für vorne.
Nachdem ich mich also dem Kaufrausch im Apple-Store hingegeben habe, wollten auch der Durst gestillt werden. Und wo macht man das in München? Natürlich im Hofbräuhaus! Also schlenderten wir weiter in eben diese Richtung. Dort genossen wir dann in alle Ruhe zwei leckere Biere im Biergarten. Gut gestärkt durchforsteten wir dann den Viktualienmarkt und gönnten uns noch den ein oder anderen Dessert zu unserem flüssigen Mittagessen.
Wer jetzt denkt wir seien nur fürs Bier nach München gekommen, denn können wir beruhigen. Als nächstes schauten wir uns die Kunstausstellung in der alten Pinakothek an. Doch bevor es soweit kommen konnten, musste zumindest ich einen kleinen Mittagsschlaf halten. Direkt vor der Pinakothek legten wir uns auf die frisch gemähte Wiese und gönnten uns eine Stunde Erholung.
Dann schauten wir uns die Meisterwerke Europäischer Malerei des 14. bis 18. Jahrhunderts an. Ich habe bis anhin noch nie ein richtiges Gemälde genauer angeschaut und wusste daher auch nicht was mich erwartet, aber das hat mich echt überrascht. Es ist wirklich unglaublich was diese Künstler vor 400 Jahren für eine Gabe hatten. Wenn man mal etwas mehr als “nur hinschaut”, kann man nicht nur ein Bild sondern gleich eine Geschichte erkennen. Natürlich gab es auch Kunstwerke die mir absolut nicht zusagten, besonders die zahlreichen Abbildungen von biblischen Ereignissen trafen irgendwie nicht meinen Geschmack. Aber trotzdem gab es hie und da auch in dieser Sparte ein Bild das mich faszinierte. Ein Besuch in der Pinakothek kann ich also nur empfehlen!
Nach diesem kulturellen Augenöffner obsiegten aber schnell die menschlichen Grundbedürfnisse und unser Magen meldete seinen Bedarf an Nahrung ans Stammhirn. Leider war unsere weiterreise dank des starken Regenfalls etwas komplizierter aber wir fanden den Weg zum Italiener trotzdem.
Nach dieser Stärkung gings auch schon bald auf den Zug wo wir die etwas günstigere Variante im Liegesessel gebucht hatten.
Wie erwartet war die Nacht leider nicht besonders erholsam, aber dazu später mehr.
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