Here we are! Kopenhagen
Um 23 Uhr hies es gestern, “Bye, Bye Berlin!” und es war tatsächlich auch eine Spur Wehmut dabei. Irgendwie habe ich mich in Berlin sehr wohl gefühlt. Aber wir konnte ja nicht ewig hier bleiben, schliesslich befinden sich noch weitere grosse Städte auf unserem Reiseplan.
Für diesen Nachtzug haben wir beschlossen einen Liegewagen zu buchen. Dabei sind jeweils sechs Betten in einem Abteil, jeweils drei übereinander. In unserem Abteil waren ein amerkanischer Austauschbandit, ähhh, Austauschstudent zwei dänisch oder schwedische Hausfrauen und ein schwedischer Opernbesucher. Von den beiden Hausfrauen hörte man die ganze Nacht nichts, aber der Amerikaner und der Schweden lieferten sich einen kleineren Schnarch-Battle, von dem ich natürlich voll betroffen war.
Während der Zugfahrt wurde unser Zug auf die Fähre verladen und es ging während vier Stunden über das Meer. Beim umrangieren für die Fähre wurde ich wach und bekam deshalb auch die ersten Minuten auf dem Meer mit. Ein sehr spezielles Gefühl wenn man sich eigentlich in einem Zug befindet, dieser aber wackelt wie eine Bodenseefähre. ![]()
Man hätte auch die Möglichkeit gehabt aus dem Zug auszusteigen, aber irgendwie war die Müdigkeit dann doch grösser als die Neugier und ich lies es bleiben. Eventuell kann ich das ja bei der Fahrt nach Amsterdam nachholen.
Nach rund neun Stunden Zugfahrt erreichten wir frühmorgens den Bahnhof von Malmö und stiegen dort sogleich in den Zug nach Kopenhagen. In nur 40 Minuten wechselt man mittels einer grossen Brücke von Schweden nach Dänemark. Am Bahnhof von Kopenhagen suchten wir erstmal eine Touristinformation, wurden dazu aber eine Strasse weiter geschickt. Dort angekommen mussten wir feststellen dass hier noch niemand arbeitet am Sonntag um neun Uhr. Trotzdem konnten wir uns einen Stadtplan ergattern und liefen dann zum Hostel.
Logischerweise konnten wir um neun Uhr noch nicht ins Zimmer, aber den Papierkram konnten wir erledigen, so das wir um 14 Uhr nur noch schnell die Karten für das Zimmer abholen mussten. Wir informierten uns sogleich noch über die wichtigsten Sachen in Kopenhagen und deponierten unser Gepäck. Da unsere Magen knurrten mussten wir erstmal etwas Dänische Kronen besorgen damit wir damit unser Frühstück finanzieren konnten. Wir hielten den Bahnhof dazu für eine passende Anlaufstelle. Dort gab es zwar eine Wechselstube, diese wollte aber irgendwie kein Geld von einer Kreditkarte in Kronen wechseln (hohe Taxen). Stattdesen empfahlen Sie uns das Geld direkt bei einem Bankomaten abzuheben.
Das hört sich jetzt einfach an, aber ein Grossteil der Bankomaten in Kopenhagen war am Sonntagmorgen ausser Betrieb oder unterstütze keine Maestro-Karten. Nach ein wenig Suchen konnten wir dann doch noch ein paar Hundert Kronen abheben. (100 Kronen = 20 CHF)
Als nächstes suchten wir nach einem Café oder Restaurant das ein Frühstück anbot. Auch hier das gleiche Bild, entweder geschlossen oder extrem teuer (zum Teil über 100 Kronen). Nach weiteren Gehminuten war der Hunger dann so gross, das wir uns einfach ins nächste Café stürzten. Wir hatten Glück, denn hier konnten wir uns für 89 Kronen an einem reichhaltigen Buffet mit Früchten, Fleisch, Eier, Brot, Orangensaft und Kaffee bedienen so oft wir wollten. Frisch gestärkt gings dann auf die erste Erkundungstour in der Stadt.
Kopenhagen ist gut überschaubar. Die wichtigsten Sachen liegen nah beieinander und sind dadurch problemlos zu Fuss erreichbar. Für den Dänen scheint das Fortbewegunsmittel Nummer 1 das Fahrrad zu sein. Der Velostreifen ist hier annäherend so breit wie eine normale Fahrspur und das Verhältnis Fahrradfahrer zu Autofahrer ist fast 1:1.
Wir schlenderten noch ein wenig durch die friedlichen Gässchen zwischen Backsteinhäuser hindurch und setzten uns gegen Mittag in eine kleines Restaurant wo wir uns ein erstes dänisches Bierchen gönnten. Auch hier wieder die Hochpreisinsel Dänemark. Mit 50 Kronen (10 CHF) eine teure Erfrischung.
Da wir beide etwas Müde waren von der Zugfahrt gingen wir bald darauf wieder ins Hostel zurück und legten uns etwas hin. Das Hostel hier war etwas teurer als die bisherigen (36 CHF/Nacht statt 27 CHF in Berlin) überzeugt aber durch saubere Zimmer mit eigener Dusche und WC. Auch die Rezeption ist sehr freundlich und hilft gerne weiter.
Der Rest des Tages gestaltete sich durch die Organisation unserer Weiterreise nach Amsterdam und die Reservation des Zimmers, Aktualisierung des Blogs, einwenig Sightseeing und einen Schlummertrunk in Heidi’s Bier Bar.
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beri
die grosse brücke hat auch einen namen: öresund-brücke (oder der dänisch-schwedische hybridname: Øresundsbron)