Berlin Unterwelt

Nach unserem ersten kurzen Sightseeing von gestern, haben wir entschieden den Tag locker anzugehen und erstmal richtig auszuschlafen. Um etwa 12 Uhr, nach einem ausgiebigen Frühstück, wollten wir zuerst einmal das administrative erledigen und suchten deshalb die UBS am Kurfürstendamm um den Kontostand von Bruno zu checken.

Schon bei der Anfahrt haben wir gewitzelt das es doch eh eine Investment-Bank Niederlassung sein wird, aber wir wollten es trotzdem nicht unversucht lassen. Beim durchschlendern der Strasse erhärtete sich der Verdacht. Gucci, Rolex, Armani und weitere Edelmarken hatten hier ihre Geschäftstellen. Und irgendwann, ganz klein eine UBS Tafel. Im zweiten Stock des Gebäudes wurde unser Verdacht dann bestätigt. Investmentbanking und keine Auskunft über den Kontostand möglich. Also musste Bruno auf das gute alte Telefon zurückgreifen und nach Zürich anrufen.

flakbunkerNach diesem kleinen Ausflug gings weiter mit der S-Bahn zur ehemaligen Flakstellung Humboldthain. Diese Flakstellung war eine von drei Geschütztürmen die Hitler errichten lies um Berlin vor Bomberangriffen zu schützen. Die riesigen Kolosse aus Stahlbeton waren etwa 30 70 Meter breit, 70 Meter lang und knapp 25 42 Meter hoch. Die Türme waren nicht ohne Grund so riesig gebaut. Einerseits musste man so hoch bauen damit man nicht in die anliegenden Wohnhäuser schoss und anderseits nutzte man die unteren Stockwerke als Bunker für die Zivilbevölkerung. Vorgesehen für 15’000 Menschen hatten gegen Ende des Krieges bis 50’000 Menschen in diesen Türmen Schutz gefunden. Nach dem Ende des Krieges wurden eigentlich alle Türme zerstört, aber leider (oder glücklicherweise) nur mit Teilerfolg. Da die Türme nicht vollständig zerstört wurden, überhäufte man sie einfach mit Erde und bebaute Sie. Mit einer Rodelbahn, einem Park oder in einem Fall sogar mit einem Zoo.

Durch einen tragischen Unfall entdeckte man einen Zugang zum Bunker in Humboldthain und der Verein “Unterwelten Berlin” machte sich daran diesen für Führungen herzurichten. Das alles erfährt man in dieser Führung. Wer also in einmal in Berlin ist und sich für diese Sache begeistern kann… Es gilt immer noch als Geheimtipp.

In diesen zwei Stunden im Bunker haben wir sogleich eine kleine Schauer überbrückt und kamen bei wunderbarem Sonnenschein wieder ans Tageslicht. Leider ist es im Moment sehr windig in Berlin was dann doch ein bisschen kalt sein kann. Wir stiegen dann erstmal in den falschen Zug und fuhren ein bisschen in die ausseren Zonen von Berlin (kann ja mal vorkommen). Das war aber halb so schlimm und wir nutzten dann gleich zum ersten Mal die U-Bahn um zum Alexanderplatz zu gelangen.

fernsehturmDer Alexanderplatz gehört mitunter zu den bekanntesten Plätzen in Berlin. Dort ist nicht nur die Weltzeituhr zu finden sondern auch der Fernsehturm. Wir informierten uns kurz was der Spass kostet und stellten dann fest, dass wir etwa 45 Minuten warten mussten bis wir hochfahren könnten. Da wir aber noch nichts gegessen hatte, passte das Timing irgendwie gar nicht. Wir beschlossen deshalb erstmal beim Chinesen ordentlich zu Speissen und dann eventuell später auf den Turm zu gehen.

hauptbahnhof_berlinNaja aus dem Turm wurde dann nichts mehr. Denn beim essen beschlossen wir, dass wir noch nach Koppenhagen wollen und deshalb gingen wir an den Hauptbahnhof um unseren Zug und Hostel zu organisieren. Der Zug war nicht so ein Problem, damit haben wir mittlerweile Übung. Aber ein Hostel in Dänemark zu finden, gestaltet sich etwas schwieriger. Einerseits ist die Auswahl stark eingeschränkt und andererseits sind sie auch nicht gerade billig. Nach fast einer Stunde buchten wir dann im Danhotel City Hostel und gingen wieder zurück in die Stadt.

Den Rest des Abends liesen wir dann im Erdbeer ausklingen. Die Bar ist vorallem von Touristen besucht, was wohl daran liegt das sie in zahlreichen Reiseführern erwähnt wird. Nachdem wir dann auch ein bisschen mit der Bardame aus Island ins Gespräch kamen, wurde der Abend ganz gemütlich.

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 31. Mai 2009 um 21:24 Uhr geschrieben und wurde mit den folgenden Schlüsselwörter gekennzeichnet: , , . Die Kommentare zu diesem Beitrag als RSS 2.0 Feed abonieren.

Holger Happel

Bezüglich der hier genannten Maße des Flakbunkers Humboldthain erlaube ich mir folgende korrigierende Anmerkung:
Der Geschützturm hatte eine Kantenlänge von 70,5 x 70,5 Metern, seine Höhe vom ursprünglichen Bodenniveau des Parks bis zur Oberkante der Geschützplattform betrug 42 Meter. Das was heute noch aus dem Trümmerberg herausragt ist nicht einmal ein Viertel des gesamten ursprünglichen Gebäudevolumens.
Weitere Informationen: http://berliner-unterwelten.de ... .50.0.html

Viele Grüße,

Holger Happel
-Öffentlichkeitsarbeit / Veranstaltungen-
Berliner Unterwelten e.V.

1. Juni 2009 um 14:07 Uhr

Roman

Hey Bruno,
Bist Du über 7-ecken mit ‘Bob the Builder’ verwandt?
Viel Spass auf der weiteren Reise!
Roman

2. Juni 2009 um 23:58 Uhr

Bob the Builder

I hereby deny being related in any way with the strange looking guy on the first picture. Thanks.
Bob

3. Juni 2009 um 18:37 Uhr

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